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Akupunktur

Eine Auswahl der mit Akupunktur behandelbaren Erkrankungen:

  • Kopfschmerzen unterschiedlicher Ursache
  • Migräne
  • gynäkologische und urologische Beschwerden (auch unerfüllter Kinderwunsch bei Frauen und Männern)
  • Zahnschmerzen
  • Trigeminusneuralgie und andere Neuralgien,
  • Allergien
  • Ischialgie
  • akute Bronchitis
  • Lähmungen nach Schlaganfall
  • Asthma Bronchiale
  • Schmerzen am Bewegungsapparat
  • Erkältungskrankheiten
  • rheumatische Krankheitsbilder
  • akute und chronische Magen-Darm-Erkrankungen
  • orthopädische Krankheitsbilder
  • psychovegetative Störungen
  • Unterstützung bei Raucher-Entwöhnung, Drogenentzug, Essstörungen

Die wichtigsten Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • alle Erkrankungen mit unklarer Diagnose
  • schwere infektiöse, fieberhafte Erkrankungen
  • schwere psychiatrische Erkrankungen
  • Krebsleiden (außer zur Schmerztherapie/Besserung der allgemeinen Befindlickeit)

Es handelt sich hier um so genannte "relative Kontraindikationen", d.h. in bestimmten Fällen ist Akupunktur nach besonderer Aufklärung eine Behandlungsmöglichkeit, aber nur als Unterstützung einer laufenden "schulmedizinischen" Therapie.

Wie wirkt Akupunktur?

Die Lebensenergie fließt durch 12 Hauptmeridiane

Es gibt 12 Hauptmeridiane, die nach der chinesischen Medizin bestimmten Organen oder Funktionen zugeordnet sind. Durch diese Meridiane fließt ununterbrochen ein gewisses Maß an Lebensenergie. Stellt sich der Mensch mit erhobenen Armen auf, verlaufen sechs Meridiane von oben nach unten, vom Himmel zur Erde: das sind die Yang-Meridiane. Sie verkörpern das männliche Prinzip. Sechs Meridiane verlaufen umgekehrt, von unten nach oben von der Erde zum Himmel: das sind die Yin-Meridiane. Sie verkörpern das weibliche Prinzip. Dazu kommen noch zwei Sondermeridiane, die an der Mittelinie der vorderen und hinteren Körperlinie verlaufen, sowie weitere außerordentliche Meridiane.

Für die chinesische Medizin sind Yin und Yang die Urprinzipien des Lebens. Und gesundes Leben kann es nur geben, wenn sich beide Kräfte im harmonischen Gleichgewicht befinden. Mit Hilfe der Akupunktur kann die Balance im Energiefluss von Yin und Yang wiederhergestellt werden.

Schmerzlinderung durch Harmonisierung des Energieflusses

Wird der Energiefluss über die entsprechenden Hautpunkte wieder harmonisiert, kommt es rasch zu einer Linderung verschiedenster Schmerzzustände. Bei der Behandlung werden die entsprechenden Akupunkturpunkte, die entlang der Meridiane liegen, durch einen sanften Reiz mit Akupunktur-Nadeln aktiviert. Die Akupunkturpunkte stehen mit einzelnen Organen und Organbereichen in Beziehung. Durch den Reiz werden die den Akupunkturpunkten zugeordneten Organe zur Selbstheilung angeregt. Bei der Akupunktur wird also nicht das erkrankte Organ direkt behandelt, sondern der Meridian oder Akupunkturpunkt, dem das Organ zugeordnet ist.

Besserung verschiedener funktioneller Erkrankungen

Funktionelle Erkrankungen sind Erkrankungen, die nicht durch dauerhaften Organschaden verursacht wurden; sie lassen sich mit Hilfe der Akupunktur behandeln, bessern und heilen. Erkrankungen innerer Organe können mit Veränderungen und Schmerzen auf der Körperoberfläche einhergehen. So können beispielsweise Schmerzen im Bereich des rechten Schulterblatts ein Hinweis für eine Erkrankung der Gallenblase sein. So wie es einen krankhaften Weg von den inneren Organen zur Körperoberfläche gibt, so gibt es einen therapeutischen Weg von der Körperoberfläche zu den inneren Organen. Das heißt, mit der Akupunktur werden Reize gesetzt, die zu den inneren Organen gelangen und deren Funktionsfähigkeit bessern oder wiederherstellen können.

Vor Beginn der Therapie sollte eine Diagnose entsprechend der Traditionell Chinesischen Medizin gestellt werden. Erst dann können Funktionsstörungen von Organen korrekt mit Akupunktur behandelt werden.

Die Wirkung der Akupunktur

Für die Wirkung der Akupunktur sind verschiedene Mechanismen verantwortlich.

Die Bildung von körpereigenen morphinartigen Substanzen (Endorphinen) und Nerven-Überträger-Substanzen (Neurotransmittern). Diese Substanzen wirken schmerzlindernd und psychisch entspannend.

Aktivierung von Mechanismen zur Schmerzkontrolle. Reize an bestimmten Stellen sollen die Schmerzempfindlichkeit im Stammhirn verändern. Dadurch können später auftretende Schmerzimpulse der Krankheit nicht mehr ankommen (Gate Control Theory).

Reflexwirkung der Akupunktur. Durch Reizung von Akupunkturpunkten auf der Haut werden die diesen Punkten zugeordneten Organe beeinflußt.

Die Akupunktur ist nicht nur ein rasch wirksames Mittel zur Schmerzlinderung, sie wirkt zudem psychovegetativ entspannend, stimmt das Immunsystem um und ist motorisch aktivierend, zum Beispiel bei Lähmungen. Auch werden mit Hilfe der Akupunktur die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert.

Allerdings: Die Akupunktur kann nur heilen, was gestört ist, nicht aber was zerstört ist. Neben der klassischen Körperakupunktur gibt es noch Sonderformen wie: Ohrakupunktur, Mundakupunktur, Schädelakupunktur. Unerwünschte Nebenwirkungen gibt es bei richtiger Durchführung der Akupunktur praktisch nicht.

Was erwartet Sie bei der Akupunktur?

Der Arzt wird die Therapie beginnen indem er Sie ruhig und entspannt lagert, d.h. meist liegen läßt. Beim Einstich entsteht eine minimale unangenehme Empfindung, die beim Tieferführen der Nadel in der Regel verschwindet. Erst wenn die Nadel an ihrem endgültigen Platz ist, soll ein unterschiedlich starkes, dumpfes Gefühl entstehen, was mit der Nadelwirkung gekoppelt ist und "de qi" genannt wird. Nach einigen Minuten läßt dieses Gefühl nach, so daß der Patient ohne größere Empfindungen während einer Behandlungsdauer von ca. 20 Minuten liegt. Es werden immer so wenig Nadeln wie möglich gestochen, während einer Sitzung also bis zu 10-12 Akupunkturpunkte behandelt.

Welche Nebenwirkungen hat die Akupunktur?

Bei richtiger Anwendung und Beachtung der anatomischen Gegebenheiten ist die Akupunktur praktisch nebenwirkungsfrei. In seltenen Fällen kann es zu einer vorübergehenden vegetativen Kreislaufreaktion kommen, die durch Entfernen der Nadel behebbar ist. Gelegentlich werden die behandelten Beschwerden für kurze Zeit am Anfang der Therapie aktiviert (sog. "Erstverschlimmerung"). Während der Schwangerschaft sollten einige Punkte, die eventuell wehenauslösend sind, nur in Ausnahmefällen genadelt werden. Schwangerschaftserbrechen und andere schwangerschaftsbedingte Störungen sind aber durch Akupunktur sehr gut behandelbar.

Unerfüllter Kinderwunsch? Und schon eine oder mehrere Behandlungen ohne Erfolg erlebt?

Akupunktur ist eine sinnvolle Unterstützung und Ergänzung der Behandlung von unerfülltem Kinderwunsch, sowohl für Frauen als auch für Männer beziehungsweise für Paare, bei denen die Ursachen bei beiden Partnern liegen.

Eine Anwendungsbeobachtung aus den Jahren 1999 bis 2006 bei 261 Frauen, die vor und nach einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) mit Akupunktur unterstützend behandelt wurden, ergab eine um ca. 10 % verbesserte Schwangerschaftsrate im Vergleich zu ausschließlich hormonell/operativ behandelten Frauen. Die Erfolgsrate bei IVF beträgt in Europa zur Zeit um 26%, von den zusätzlich mit Akupunktur behandelten Frauen wurden 93 schwanger, also 35,6 %. Dieses verbesserte Behandlungsergebnis ist vor allem im Hinblick darauf besonders hervorzuheben, dass es sich um Frauen handelte, die schon einen oder mehrere erfolglose IVF-Versuche hinter sich hatten.

Quelle: Deutsche Zeitschrift für Akupunktur 50, 3/2007

Kostenerstattung

Die Kosten der Akupunktur werden ab 01.01.2007 für besondere Diagnosen (d.h. ausschließlich für chronische Schmerzen bei Kniegelenksarthrose und bei Erkrankungen der Lendenwirbelsäule) von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen (10, maximal 15 Sitzungen pro Krankheitsfall, vorausgesetzt der Behandler hat die entsprechende Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung; die offizielle Zusatzbezeichnung "Akupunktur" reicht dazu nicht aus!). Alle anderen Akupunkturbehandlungen sind Individuelle Gesundheitsleistungen. Frauenärzt(inn)en wird seit dem 01.07.2007 keine Genehmigung der Akupunktur als Kassenleistung mehr erteilt.

Manche Privat-Krankenversicherungen (PKV) führen in ihrem Leistungsangebot auch Akupunktur auf und übernehmen die Kosten vollständig. Andere PKV lehnen dies ab. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, sich wegen der Kostenübernahme vorher mit seiner Krankenversicherung in Verbindung zu setzen.

Falls Sie noch Fragen haben: bitte sprechen Sie uns an!

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